WHIT FRIDAY

 

GESCHICHTE

Das Pfingstfest (britisch „Pentecost“ oder „Whitsunday“), welches auf den siebten Sonntag nach Ostern fällt, ist ein wichtiger Festtag der christlichen Kirche. In Grossbritannien folgte auf den Pfingst-Sonntag eine Festwoche, welche „Whit-Suntide“ (sinngemäss „Pfingstwoche“) genannt wird.

Als die Bevölkerung während der Industriellen Revolution aus den ländlichen Gebieten in die Städte zog, wurde diese Festwoche vielerorts immer weniger wichtig. Davon ausgenommen waren die Arbeiter-Städte, in welchen die Festlichkeiten eine willkom-mene Abwechslung von der harten Arbeit in Fabriken und Werken waren.

 

"WHIT WALKS" PFINGSTSPAZIERGÄNGE 

Der Ursprung der Sonntagsschulumzüge während der Whit Week, geht auf den 19. Juli 1821 zurück, als die Kinder von Manchester in einer Prozession die Krönung von George dem IV feierten.

An jedem Whit Friday stellten die Kirchen oder Kapellen der Region Musiker an, welche die Umzüge durch die Strassen Manchesters begleiteten. Die Kirchenangestellten, Geistlichen und Sonntagsschüler schmückten den Umzug mit mitgetragenen Blumenkörben oder Bannern mit farbigen Bändern. 

 

BRASS BAND WETTBEWERB  

In der Region um Manchester werden am Whit Friday seit 1870 Brass Band Wettbewerbe durchgeführt, insgesamt in 14 verschieden Gemeinden. Der Whit Friday Wettbewerb ist seither in jedem Brass Band Kalender fest eingeplant und es ziehen jährlich tausende Musiker und Zuhörer herbei. An dem Wettbewerb werden die Disziplin, das Durchhalte-Vermögen und die organisatorischen Fähigkeiten jeder Brass Formation bis zum Äussersten auf die Probe gestellt. 

Jedes der verschiedenen Dörfer organisiert einen Wettbewerb. Jedes der 14 Dörfer verfügt über ein eigenes Komitee, welches einen Umzug wie auch einen eigenen Wettbewerbsgewinner auszeichnet. Traditionell wird ein Marsch zum Einzug ins Dorf-Zentrum gespielt (marschierend und ohne Bewertung), anschliessend folgt ein Konzertmarsch mit Bewertung, dieser findet traditionell ohne Perkussion statt. 

 

DIE BRASS BAND ZELL AM START

Die Brass Band Zell wir am 09. Juni 2017 an diesem Ereignis teilnehmen und vier Tage in England verbringen. Da der Wettbewerb nur einen Tag in Anspruch nimmt und England noch viel mehr zu bieten hat, wird neben einem Probebesuch der bekannten Black Dyke Band noch ein eigenes Konzert abgehalten. Daneben ist noch genügend Zeit, um die historische Stadt York zu besichtigen und um in den Genuss Englischer Spezialitäten zu kommen. Bestimmt ist für jeden was dabei. 

 

BILDERGALLERIE WHIT FRIDAY BRASSBANDZELL

Hier einige Eindrücke vom Whit Friday, Konzert in Uppermil und der Prozession von Diggle nach Uppermil (Whit Friday Wochenende 2017 mit der BrassBandZell) 

 


Ein Erlebnis das Verbindet!

WHIT FRIDAY

Mit Sack und Pack ins Flugzeug und rüber auf die Insel. Das grösste Ereignis in der Geschichte der Brass Band Zell. Viele schöne Momente und Erlebnisse,   verbunden mit Freundschaft und Musik.

Am Donnerstagmorgen 08.06.2017 versammelten wir uns auf dem Schulhausplatz in Zell. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen und noch einmal kontrolliert, ob alles und jeder dabei ist. Dann ging es los Richtung Zürich Flughafen. Ohne Probleme und Zwischenfälle schafften es die 36 Personen von Zürich via London nach Manchester. Dort wurden wir herzlich empfangen und mit dem Car abgeholt. Wir fuhren nach Queensbury, Heimat der weltbekannten Black Dyke Band. Wir durften an deren Probe teilnehmen und anschliessend ihrem Konzertvortrag zuhören. Zum Schluss spielten wir unseren Marsch „The Spaceman“ von T.J. Powell, den wir am kommenden Tag auch am Wettbewerb spielten. Es war eine tolle Atmosphäre, bei englischem Wetter und unter Beobachtung der zum Teil besten Musiker der Welt auftreten zu dürfen.  Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass wir sie am nächsten Tag in Dobcross beim Wettbewerb schlagen würden. 

In aller Frühe bereiteten wir uns mit einem English Breakfast auf den bevorstehenden Tag vor. Mit geputzten Schuhen und voller Montur fuhren wir quer durch die Landregion nahe Manchester  genannt Saddleworth. 

In Diggle begleiteten wir eine Prozession bis ins 4 km entfernte  Uppermill. Wir spielten unsere Märsche zur Freude der unzähligen Pilger. Am Ziel angelangt, fand auf einer grossen Wiese unter Bäumen ein Gottesdienst statt. Trotz strömendem Regen blieben die Leute treu vor Ort und marschierten am Ende wieder mit uns zurück. In der ganzen Region zogen die lokalen Bands umher und spielten auf der Strasse. Überall lag Musik in der Luft. 

Der Wettbewerb begann gleichentags um 16:00 in Dobcross, wo wir einen sensationellen Start hinlegten und sogar das Vergnügen hatten, vor der Black Dyke Band platziert zu werden. Insgesamt spielten wir in 6 verschiedenen Dörfern. Jedes Mal war die Kulisse einzigartig und individuell. 

Egal ob in einer Häuserschlucht, unter einem Zelt, vor einem Pub, auf einer Wiese, es war atemberaubend. Das Publikum war genial, Leute verschiedenster Herkunft und allen Alters, lauschten aufmerksam den Bands. Die Begeisterung war spürbar, ja sogar fesselnd. In jedem Dorf führte eine Parade zum Wettbewerbsplatz. Unzählige Leute standen an den Strassen oder vor dem Konzertplatz und bejubelten uns. Sie waren begeistert von unserem Spiel, unserer Uniform, unserer Herkunft. Wir wurden ständig gefragt woher wir kommen und wieso wir hier sind. Die regionalen Leute schätzten es enorm, dass wir an ihrer Tradition teilhaben wollen und das liessen uns das mit Güte, Begeisterung und Dank spüren. 

Der Abschluss unseres Wettbewerbs bildete das Dorf Denshaw. Wir waren die letzte Band in diesem Dorf und hatten daher die Ehre, nach unserem Marsch die englische Nationalhymne „the Queen“ zu spielen. Mit schönen Klängen und Jubelrufen des Publikums endete der Wettbewerb um Mitternacht. 

Am Samstag erkundeten wir York und liessen uns vom Geist der historischen Stadt treiben. Wir erholten uns von dem anstrengenden Wettbewerbstag, nicht nur unsere Beine waren nach über 25 km marschieren müde, sondern auch unsere Lippen hatten reichlich Arbeit geleistet. 

Als Schlusselement unseres Trips durften wir, zusammen mit drei anderen Bands, ein Abschlusskonzert geben. In der uralten, aber mit reichlich Stil versehenen Uppermill Civic Hall, liessen wir es richtig krachen. Die Halle war voll, über 300 Personen genossen unser Spiel und verabschiedeten uns mit herzlichem Applaus. Im Car fuhren wir zurück ins Hotel wo die Party des Jahres stieg. Es wurde getanzt, gelacht und gesungen. 

Am Sonntagmorgen packten wir unsere Sachen und machten uns auf die Heimreise. Eine tolle Zeit ging zu Ende. Als wir alle Zwischenstopps mit dem Flieger geschafft hatten, das Gepäck vom Fliessband genommen haben und dann schlussendlich total erschöpft in Zürich in den Car einstiegen, herrschte das erste Mal seit 4 Tagen Stille. 

Wo man in die müden Gesichter der Band blickte, konnte man deutlich erkennen was die Leute empfanden. Jeder strahlte, war glücklich und zufrieden. Es war ein riesiges, eindrückliches Ereignis, das unsere Band erlebt hat. Eine enorme Bereicherung, die uns alle weiter zusammenrücken liess, wir sind wie eine grosse Familie geworden die stets zusammenhält. Ganz nach unserem Motto 

„Brass Band Zell, Heimat von Kameradschaft und guter Musik“. 

 

BRASS BEER IM TIMEOUT IN ZELL

Zu Sponsoring- und Werbezwecken hat die Brass Band Zell ein selbstgebrautes Bier (Hersteller BertBier Luthern) kreiert - dieses ist ab sofort im time out Zell erhältlich. Degustieren Sie unser köstliches Bier und unterstützen Sie mit jedem musikalischen Schluck unsere England-Reise.